Handelskammer Hamburg 2009

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Refurbishing

Aus Alt macht Neu

Die Umweltbehörde hat ein Gutachten zur Überholung und
Modernisierung von Wirtschaftsgütern, dem sogenannten Refurbishing,
in Auftrag gegeben. Eine aktive Beteiligung Hamburger Unternehmen
ist gewünscht. Für herausragende Projekte gibt es Fördermittel.
„Aus Alt mach Neu“ – auf diesen einfachen Nenner ließe sich bringen, was neudeutsch als „Refurbishing“ bezeichnet wird. Refurbishing steht für die Instandsetzung von Wirtschaftsgütern. Im Gegensatz zum Recycling, bei dem Materialien als Rohstoffe zur Herstellung neuer Produkte dienen, werden beim Refurbishing die Produkte selbst überarbeitet und fit gemacht für ihren erneuten Einsatz.

Dieses Verfahren geht über das reine Reparieren hinaus: Während eine Reparatur die Funktionsfähigkeit eines Produktes durch Einzelmaßnahmen wiederherstellt, ist Refurbishing die ganzheitliche Generalüberholung eines Produktes mit dem Ziel, die Funktionsfähigkeit insgesamt wiederherzustellen, zu verlängern oder gar zu verbessern. Das lohnt sich gleich doppelt, denn dieses Verfahren ist gerade in Zeiten zunehmender Ressourcenknappheit nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen sinnvoll. Bei vielen Wirtschaftsgütern ist Refurbishing heute noch nicht möglich oder üblich, etwa weil moderne Produkte verbesserte Funktionen versprechen, die Instandsetzung eventuell sehr aufwendig oder ein neues Produkt schlichtweg attraktiver ist. Gerade daraus können sich jedoch neue Geschäftsfelder für Unternehmen erschließen. Durch Veränderungen im Design kann ein Produzent das Refurbishing seines Produktes wirtschaftlich und technisch ermöglichen und so als neue Serviceleistung in sein Unternehmensportfolio aufnehmen. Dadurch erhöht er gleichzeitig die Kundenbindung an das Produkt. Damit kann Refurbishing gleichzeitig ein neuer Dienstleistungsmarkt sein.

Für ein Gutachten der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) werden derzeit Gespräche mit Unternehmen geführt, die bereits Refurbishing-Erfahrung haben. Auch Potenziale für zukünftige Refurbishing-Prozesse sollen entdeckt und beschrieben werden. Die Mitarbeit der Unternehmen an dem Projekt ist von großer Bedeutung, um ein möglichst vollständiges und umfassendes Ergebnis zu erzielen. Unternehmen, die ihre Erfahrungen für die Studie und die darauf aufbauenden Workshops zur Verfügung stellen, sowie interessierte Betriebe, die an den Erfahrungen teilhaben wollen, um eine eigene Refurbishing-Strategie zu entwickeln, können sich noch bis Ende März bei der BSU melden. Die BSU möchte außerdem Refurbishing-Aktivitäten unterstützen und stellt Fördermittel in Aussicht.
Adrian Ulrich
adrian.ulrich@hk24.de
Telefon 36 13 8 267

Informationen

Weitere Informationen für Unternehmen:
Antje Knaack, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Telefon 428 40 21 24, E-Mail: antje.knaack@bsu.hamburg.de oder unter www.hamburg.de/ipp.

hamburger wirtschaft, Ausgabe März 2009