Handelskammer Hamburg 2007

< zurück

Interview: Harald Eifert

Mut zum Risiko

Forschung und Entwicklung investieren, bleiben wettbewerbsfähig. Die hamburger wirtschaft sprach mit Harald Eifert, dem Vorstand der Innovationsstiftung Hamburg, über staatliche Förderungsmöglichkeiten.

hamburger wirtschaft: Die Innovationsstiftung Hamburg wurde 1996 durch das „Gesetz über die Gründung der Innovationsstiftung Hamburg“ ins Leben gerufen. Wie viele Unternehmen hat die Stiftung seither bei ihren Forschungs- und Entwicklungsarbeiten unterstützt?

Harald Eifert: Die Innovationsstiftung vergibt Fördermittel aus den Erträgen ihres Stiftungskapitals, das rund 60 Millionen Euro beträgt. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung 86 Projekte mit circa 21 Millionen Euro gefördert und damit ein Projektvolumen von mehr als 50 Millionen Euro bewegt. Daneben betreut die Stiftung als Träger auch das FuE-Programm und das Logistik-Programm der Behörde für Wirtschaft und Arbeit sowie das Life-Science-Programm der Behörde für Wissenschaft und Forschung. Im Rahmen dieser Projektträgerschaften wurden inzwischen weitere 26 Förderungen neuer Projekte bewilligt. Insgesamt stehen im Förderprogramm der Stiftung und in den Programmen, die von der Stiftung betreut werden, in diesem Jahr rund sechs Millionen Euro für die Förderung von Forschung und Entwicklungsarbeiten zur Verfügung.

hw: Was muss ein Unternehmen beachten, wenn es eine Förderung durch die Innovationsstiftung in Anspruch nehmen möchte?

Eifert: Wir sind Gesprächspartner für alle Unternehmen, die eine Innovation planen. Wir wollen, dass die Unternehmen Arbeitsplätze schaffen – und dies geht mit Produkten, Dienstleistungen oder Verfahren, die aus Sicht der Kunden einen wahrnehmbaren Vorteil haben. Bei der Entscheidungsfindung wird beurteilt, ob die Unternehmen in der Lage sind, die oft sehr komplexe Entwicklungsarbeit erfolgreich durchzuführen, und ob die geplante Vorgehensweise bei der Vermarktung Erfolg versprechend ist.

hw: Seit Anfang dieses Jahres gibt es eine neue Hamburger FuE-Förderrichtlinie. Welche Programme fallen unter diese Richtlinie, und was kann gefördert werden?

Eifert: In der neuen FuE-Richtlinie spielt weiterhin die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen die Hauptrolle. Daneben können aber jetzt auch größere Unternehmen bei Forschungs- und Entwicklungsarbeiten unterstützt werden. Die Förderhöhe liegt, abhängig vom Inhalt der Projekte und der Größe der Unternehmen, zwischen 25 und 70 Prozent. Die Fördermittel werden von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit vergeben, wobei die Innovationsstiftung die Unternehmen bei der Antragstellung betreut.

hw: Ende vergangenen Jahres hat der Senat weitere Fördermaßnahmen mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) angekündigt. Was hat es hiermit auf sich?

Eifert: Das EFRE-Programm hat zwei Schwerpunkte: Der eine ist die Unterstützung von Innovation, Forschung, Entwicklung und Technologietransfer, der andere liegt im Bereich Stadtentwicklung und Umwelt. Durch EFRE sollen Unternehmen zu mehr Innovationstätigkeit angeregt und bei der Kooperation mit Hochschulen und Forschungsinstituten unterstützt werden. Die EFRE-Förderung kommt jeweils etwa zur Hälfte von der Europäischen Union und aus dem Hamburger Haushalt.

hw: Können Sie schon konkrete Projekte benennen?

Eifert: Für konkrete Einzelprojekte ist es noch zu früh – das EFRE-Programm startet ja gerade erst. Es sind mehrere Aktionslinien geplant, zum Beispiel die Finanzierung von Kooperationsprojekten von Unternehmen mit Hochschulen. Ebenfalls gefördert werden sollen Entwicklungsverbünde von mehreren Unternehmen oder auch ganz neue kreative Ansätze bei der Überwindung von unternehmerischen Innovationshemmnissen. Zwei neu konzipierte Aktionslinien ermöglichen die Entwicklung von innovativen Vermarktungskonzepten und die Förderung der Einlizensierung von externen Patenten für innovative Produkte oder Dienstleistungen. Auch die Gründung von innovativen Unternehmen soll durch EFRE unterstützt werden.

hw: Wann werden diese Projekte starten?

Eifert: In den bestehenden Landesprogrammen beginnen ständig neue Projekte. Allein im ersten Halbjahr 2008 haben elf von uns betreute neue Projekte mit einem Förderumfang von 2,1 Millionen Euro begonnen. Der Start der ersten Förderprojekte des EFRE-Programms ist für den Herbst oder Winter 2008 geplant. Wir fangen aber bereits jetzt an, Vorschläge für einzelne Projekte entgegenzunehmen. Unternehmen, die eine Innovation planen, sind herzlich willkommen, sich an uns zu wenden.

Michael Kuckartz
michael.kuckartz@hk24.de
Telefon 36 13 8 249

Infos und Kontakte

Details zur Innovationsstiftung gibt es im Internet unter: www.innovationsstiftung.de

hamburger wirtschaft, Ausgabe September 2008