Handelskammer Hamburg 2007

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Innovation & Umwelt

Was bedeutet es für Ihr Unternehmen, dass die Kfz-Steuer nach dem Schadstoffausstoß berechnet werden soll?

Die Bundesregierung ist entschlossen, die Umweltbelastung durch den Straßenverkehr zu reduzieren. Dazu soll die Kraftfahrzeugsteuer nicht mehr an den Hubraum, sondern an die Kohlendioxid-Emissionen gekoppelt werden.

„Grundsätzlich begrüße ich eine umweltbewusste Politik. Meiner Meinung nach ist allerdings zu befürchten, dass wie sooft dem Taxigewerbe unter den neuen Bedingungen ein weiterer Stein in den Weg der Genesung gelegt wird. Diese sind für einen Taxibetrieb, der in Hamburg tätig ist, schwer in eine kostendeckende Kalkulation unterzubringen, wie wir gerade auch bei der Erstellung eines neuen Taxentarifs feststellen müssen. Eine Aussperrung aus der Innenstadt, wie sie gerade einige Städte aus Emissionsgründen eingeführt haben, ist weder dem ÖPNV noch den Angestellten des Taxengewerbes zuzumuten. Als Stiefkind des ÖPNV genießen wir nicht die Vorzüge wie die Hochbahn mit ihren Buslinien, aber tragen ihre Verpflichtungen. Eine Gleichbehandlung im ÖPNV in Bezug auf Emissionsausstoß wäre wünschenswert. Die Bundesregierung hat hier nicht maßgeschneidert, sondern eher pauschal das Maßband angelegt.“
Mustafa Rafiq (37), Taxiunternehmer in Hamburg

„Gesetzliche Änderungen wie die Umgestaltung der Kfz-Steuer führen zu einer Verschiebung des Marktes und gehen einher mit Risiken, aber auch mit neuen Chancen. Der Absatz im Vertrieb bekommt neue Impulse, sowohl im Neu- als auch im Gebrauchtwagengeschäft. Des Weiteren wird der Werkstattservice durch Nachrüst-Kits eine Umsatzsteigerung erfahren.“
Thomas Weber (31), Inhaber des Autohauses Weber in Eidelstedt e. K.

„Wir raten unseren Kunden schon seit Längerem zu Fahrzeugen mit einem möglichst geringen Spritverbrauch und informieren über innovative Technologien wie zum Beispiel Hybridantrieb. Der Verbrauch ist nicht nur ein Kostenfaktor, sondern er beeinflusst außerdem die Emission von Schadstoffen. Flottenfahrzeuge mit geringem Spritverbrauch würden folglich auch bei einer CO2-Steuer vom Fiskus günstiger eingestuft. Unterstützung erhalten unsere Kunden auch in puncto Feinstaubplaketten. Seit März übernimmt CPM die gesamte Abwicklung rund um die Fahrzeugkennzeichnung. Somit können unsere Kunden jederzeit auch in ausgewiesenen Umweltzonen ungehindert fahren.“
Raiko Chabrowski (35), Geschäftsführer der Car Professional Fuhrparkmanagement und Beratungsgesellschaft mbH & Co. KG

„Schon vor etwa einem Jahr haben wir damit begonnen, unseren Fuhrpark auf 5 Euro umzustellen, um damit die Schadstoffemissionen drastisch zu reduzieren. Die Mehrinvestitionen betragen rund 6000 Euro pro Lkw. Die Ausrichtung der Kfz-Steuern an der Höhe der Kohlendioxidemission bedeutet für unser Unternehmen, dass der gesamte Fuhrpark umgestellt werden muss und somit erhebliche Investitionen anstehen. Diese zusätzlichen Kosten werden sich auf die Transportpreise auswirken, und somit wird jeder Endverbraucher davon betroffen sein.“
Georg Weinhuber (58), Geschäftsführer der HFL Hamburger Fahrzeug- und Transportlogistik GmbH

„Als Autovermieter Nummer eins in Europa unterstützt Europcar alle Initiativen, die den CO2-Ausstoß senken. Mit einer durchschnittlichen Flotte von 40000 Fahrzeugen allein in Deutschland sind wir bereit, durch einen entsprechenden Flottenmix unseren Beitrag zu leisten. Es ist auch unser Anliegen, in kürzester Zeit dafür zu sorgen, dass weniger Schadstoffe in die Luft gelangen. Es gibt allerdings zwei Grundvoraussetzungen: Der Kunde akzeptiert die entsprechenden schadstoffarmen Fahrzeuge und damit eine Änderung im Flottenangebot, und die Hersteller können die nachgefragten Mengen bedienen. Bereits bei der Einführung der Partikelfilter haben wir gemerkt, welche Auswirkungen die mangelnde Verfügbarkeit insbesondere für die deutsche Industrie haben kann.“
Dieter Neuhäußer (43), Geschäftsführer der Europcar Autovermietung GmbH

„Wir stehen jeder Umgestaltung positiv gegenüber, die unsere Umwelt schützt. Die Kfz-Steuer ist ein wichtiges Regulativ, das sicherlich auch dazu führt, dass sich unser stetig wandelnder Fahrzeugpark noch umweltfreundlicher ausgestaltet. Wir werden für den Verbraucher kostenneutral reagieren können. Smiley’s hat als erstes deutsches Unternehmen im Delivery-Sektor die Mehrwegverpackung eingeführt.“
Andrea Schemion (42), Geschäftsführerin Smiley’s Franchise GmbH

Die veröffentlichten Aussagen sind privater Natur und ihre Auswahl Ergebnis einer nicht-repräsentativen Umfrage.

hamburger wirtschaft, Ausgabe April 2007