Handelskammer Hamburg 2007

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Corporate Social Responsibility

Verantwortung zahlt sich aus

Gesellschaftliche Verantwortung haben viele Unternehmen bereits fest in ihre Strategie integriert. Wie hoch deren Anteil am Erfolg eines Unternehmens ist, wollen Studierende der HSBA auf einem Symposium herausfinden.

Die Erkenntnis, dass sich gute Taten und strategisches Management bestens miteinander verbinden lassen, setzt sich auch im Mittelstand durch: Immer mehr Unternehmen engagieren sich unter dem Stichwort „Corporate Social Responsibility“ (CSR) für gesellschaftliche Belange wie Bildung, Kultur, Sport oder Umweltschutz und tragen damit nachhaltig zum eigenen Erfolg bei.

Vor zwölf Jahren legte beispielsweise die Hapag-Lloyd AG den Grundstein für ihr Umwelt- und Qualitätsmanagement, das heute nach den ISO 14001-Umweltstandards zertifiziert ist. Heute sind biologische Abwasserklärung auf den Kreuzfahrtschiffen, Mülltrennung auf den Containerschiffen, Motoren mit elektronischer Einspritzung und Ventilsteuerung sowie ein spezielles Management, das die Zahl der Leertransporte reduzieren soll, eine Selbstverständlichkeit.

Die Holcim (Deutschland) AG als führender Baustoffhersteller in Norddeutschland sieht sich mit ihrer energie- und rohstoffreichen Produktion von jeher bohrenden Fragen zur Nachhaltigkeit ausgesetzt. Deswegen setzt das Unternehmen nicht nur auf gesellschaftliches Engagement, sondern auch auf Maßnahmen in seinen Werken. In den Anlagen der AG werden nur modernste Technologien eingesetzt und Stoffkreisläufe geschlossen. Dazu setzt Holcim auf branchenübergreifende Kooperationen wie derzeit mit der Stahlindustrie: Inzwischen werden Hochofenschlacken zu Hüttensand verarbeitet, der zur Zementherstellung eingesetzt wird, wodurch sich der CO2-Ausstoß bei der Zement-Produktion deutlich reduziert hat. Gleichzeitig schont die Verwendung von Hüttensand die Rohstoffe Kreide und Mergel. Diese ökonomisch sinnvolle Entscheidung, die gleichzeitig Umweltvorteile bringt, ist nicht die einzige, wie der Umweltbericht zeigt. Darin stehen mehr Informationen als vom Gesetzgeber vorgeschrieben. „Transparenz und ein offener Dialog sind unserer Meinung nach ein Muss für verantwortungsvoll handelnde Unternehmen in unserer komplexen Welt“, sagt Vorstandsvorsitzender Karl Gernandt.

Beim Thema CO2-Emission und Klimawandel verfolgt auch ExxonMobil schon seit langem offensive Politik. „Um den wachsenden Energiebedarf auch zukünftig zu befriedigen und gleichzeitig die Emissionen so gering wie möglich zu halten – dazu braucht es Erfindungsreichtum und Kreativität“, sagt Dr. Manfred Bullinger, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der ExxonMobil Central Europe. ExxonMobil vertraut deshalb langfristig auf die Nachwuchsförderung, beispielsweise durch Beteiligung an der Hamburger „Nacht des Wissens.“ Zudem unterstützt ExxonMobil das Forschungsprogramm „Global Climate & Energy Project“, bei dem kreative Köpfe aus der ganzen Welt unter der Leitung der Stanford University nach Lösungen suchen, den wachsenden Energiebedarf der Zukunft bei reduzierten CO2-Emissionen zu decken.

Diese drei Beispiele zeigen, wie eng Wertschöpfung mit Unternehmensverantwortung verknüpft ist. Was „Corporate Social Responsibility“ für jedes einzelne Unternehmen bedeutet, ist aber durch die persönlichen Wertvorstellungen seiner Mitarbeiter geprägt und abhängig davon, wie diese gelebt werden.

Auch die Nachwuchskräfte an der HSBA Hamburg School of Business Administration stießen bei ihren Studien auf die Frage, welche Verantwortung ein Unternehmen heutzutage trägt. „Uns bewegte insbesondere die Frage, wie wir die Verantwortung unserer Unternehmen durch unsere persönlichen Überzeugungen prägen können“, sagt Christopher Gosau, HSBA-Student der Beiersdorf AG. Gemeinsam mit drei weiteren Kommilitonen initiierte er daraufhin das erste HSBA-Symposium, bei dem am 7. Mai im Börsensaal der Handelskammer das Thema CSR im Mittelpunkt steht. Unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters Klaus von Dohnanyi werden Größen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft mit den Studierenden und deren Gästen über ihre Ansichten zum Thema Unternehmerverantwortung diskutieren.

Thorsten Koletschka/Julia Körner
thorsten.koletschka@hk24.de
julia.koerner@hk24.de
Telefon 36 13 8 736/549

Veranstaltungen

Informationen und Anmeldung zum ersten HSBA-Symposium am 7. Mai unter www.hsba-symposium.de

hamburger wirtschaft, Ausgabe Mai 2007