Handelskammer Hamburg 2007

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Öko-Nomen

Steffen Schwab

lässt Hamburger über ihre Stadt reden. Auslöser dafür war ein Kurztrip nach Mailand. Gemeinsam mit seinem Freund Maik Benske stand er vor dem Eingang einer vom Reiseführer gelobten Diskothek, die sich als maßlos überteuert erwies. Zwei Dinge kamen den beiden dabei in den Sinn. Erstens: In Hamburg ist es ohnehin am Schönsten. Zweitens: Die besten Tipps stehen nie in Reiseführern. Daraus entstand ihr Projekt „Herausragend hamburgisch“. Unter www.herausragend.com verraten Hamburger ihre besten Tipps zum Ausgehen und Einkaufen. Den Anfang machten Prominente wie Radiomoderator John Ment, der den Fantasy-Shop „Andere Welten“, empfiehlt und die Band Kettcar, die gern Äpfel bei „Gemüse Thorsten“ kauft. Zum Mitmachen sind aber auch „normale“ Bürger aufgefordert. Um Eigenwerbung zu verhindern, müssen sich alle Autoren mit Foto und Namen darstellen. Gewinne wollen Schwab und Benske mit der Seite nicht machen. Aber wenn sie gut ankommt, denken sie darüber nach, die Tipps in Buchform herauszugeben.

Daniela Wilken

hat ihr Unternehmen neu benannt. Sieben Jahre lang präsentierte sie sich unter dem Namen „Wilken Events“, nun heißt ihre Firma „Wilkenwerk“. Warum von einer eingeführten und vertrauten Marke abweichen? „Wir müssen mit uns genauso kreativ umgehen wie mit unseren Kunden“, findet die 40-Jährige. Der neue Name soll das Angebot ihrer „Agentur für Begegnungskommunikation“ besser wiedergeben. Die bietet mittlerweile komplette Konzepte für Veranstaltungen. Dazu gehören auch Incentives und Maßnahmen zur Personalentwicklung. „Auch im Bereich Promotion hat sich bei uns viel entwickelt“, sagt Wilken. Ob Südamerika oder Afrika – auch ausgefallene Orte seien kein Problem. „Wichtig sind Inszenierungen, die zum Kunden passen. Wir sind sehr kreativ und bodenständig zugleich,“ erklärt Wilken. Der Namensänderung ging eine Umstrukturierung des Unternehmens voraus. Wo mehr Bedarf erkannt wurde, kamen Mitarbeiter hinzu. Aufgaben wurden klarer verteilt.

Holger Kraus

bringt großes Kino unter die Leute. An den ungewöhnlichsten Orten zeigt der 38-Jährige Filme, zum Beispiel auf den Wänden von Abbruchhäusern oder in den Wohnzimmern exzessiver Sammler. „Ich suche Orte, die zum Film passen“, sagt Kraus. So läuft in der Flussschifffahrtskirche im Hafen im Januar „Moby Dick“, inmitten von Walfängerutensilien, die er aus dem Hafenmuseum ausleiht. „Flexibles Flimmern“ heißt seine junge Firma, mit der Kraus gerade den zweiten Platz beim Gründerpreis der Wirtschaftsjunioren gewonnen hat. Die Filmideen sind mehr als ein großer Spaß – Holger Kraus hat langjährige Erfahrung als Eventmanager in Agenturen: „Die Kinoveranstaltungen sind für Firmen ideal, die Kunden oder Mitarbeitern etwas Außergewöhnliches bieten wollen.“ Nicht nur zu Unterhaltungszwecken, wie Kraus betont: „Um eine besondere Stimmung zu erzeugen und dann Konzepte zu entwickeln, bietet sich Kino geradezu an. Es gibt einfach zu jedem Thema den passenden Film.“

Oliver Ahlemann

sorgt für mehr Transparenz im Internethandel. Zusammen mit Jörg Heidjann und Kevin Besthorn entwickelte er das Internetportal www.shopauskunft.de. „Auf unserer Homepage tragen wir die Erfahrungen von Online-Käufern zusammen, sammeln ihre Bewertungen für einzelne Shops und stellen sie kostenlos zur Verfügung“, erklärt Ahlemann das Prinzip. Eigene Erfahrungen mit dem E-Commerce brachten das Trio auf ihre Geschäftsidee: Ihnen sei aufgefallen, dass sich oft nur die unzufriedenen Kunden zu Wort meldeten. „Wir wollen auch die glücklichen Käufer dazu motivieren, ihre positiven Erfahrungen zu veröffentlichen“, sagt Ahlemann. Ein Vorteil auch für die Internethändler. „Schließlich sind veröffentlichte positive Kundenbewertungen glaubwürdiger als jede Marketingmaßnahme.“ Aber auch negative Bewertungen werden nicht ignoriert. Bevor sie veröffentlicht werden, hat der Händler jedoch die Möglichkeit, sich auf der Internetplattform mit dem Käufer auszutauschen und eine Einigung mit ihm zu erzielen.

hamburger wirtschaft, Ausgabe Januar 2007