Handelskammer Hamburg 2006

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Hamburgensien

Piraterie

Störtebekers Freunde

Sie wachsen in einem Waisenhaus in Wismar auf und werden die besten Freunde: Die Brüder Clemens und Johannes Zeelander und Claus Störtebeker. Auf unterschiedlichen Wegen verschlägt es alle drei nach Hamburg, immer wieder kreuzen sich ihre Lebens- und Schicksalswege. Johannes wird erster Schiffbaumeister der Stadt. Clemens, zunächst Pfarrer an St. Catharinen, schließt sich später den Vitalienbrüdern an. Der Autor Jörgen Bracker, Archäologe und ehemaliger Direktor des Museums für Hamburgische Geschichte, beschreibt die Ära der Piraterie und der niedergehenden Hanse. In seinem Roman schildert er die Geschichte des legendären, 1401 auf dem Grasbrook enthaupteten Piraten Störtebekers, wobei er wissenschaftliche Fakten und Fiktion zu einem lebendigen und spannend zu lesenden Roman verbindet.

Jörgen Bracker: Zeelander - Der Störtebeker-Roman; Murmann-Verlag; Hamburg 2005; 460 Seiten; 19,90 Euro.

 

Bildband

Weltmeisterliche Architektur

Chris van Uffelen präsentiert in seinem Monumentalband „2:0 0:6 Die Stadien“ die 12 Spielstätten der Fußball-WM. 375 farbige Abbildungen, darunter Panoramaaufnahmen von fast einem Meter Breite, vermitteln vor allem die architektonische Ästhetik der Fußball-Tempel. Dazwischen eingestreut sind großformatige Aufnahmen großer Fußball-Momente wie Maradonas „Hand Gottes“. Von Uffelen umreißt fachkundig in Deutsch und Englisch die Geschichte des Stadienbaus von der Antike bis hin zu den Entwürfen der Arenen der Zukunft. Reich bebildert und mit detailliertem Planmaterial stellt der Autor die um- bzw. neugebauten Schauplätze der WM 2006 vor. Auch die bautechnischen Finessen der AOL-Arena werden dem architekturbegeisterten Fußballfan nähergebracht.

Chris van Uffelen: 2:0 0:6 Die Stadien; Verlaghaus Braun; 2006; 176 Seiten; 49,90 Euro.

 

Autobiographie

Rückblick auf ein Kaufmannsleben

„Wagen und Winnen“ ist der Leitspruch von Hellmut Kruse, der 1926 in Hamburg geboren wurde und nach dem Krieg das Markenunternehmen Beiersdorf prägte. Mit 22 Jahren promoviert Kruse über den Dichter Wolf von Kalckreuth. Er will Verleger werden, tritt dann aber doch als Kaufmann in die väterliche Außenhandelsfirma Wiechers & Helm ein. Mit nur 35 Jahren wird er Vorstand, später Vorsitzender der Beiersdorf AG, deren Auslandsgeschäft er mit viel Geschick wieder aufbaut. Ehren-amtlich engagierte er sich – wie schon sein Vater – im Präsidium der Handelskammer. Seine Autobiographie ist nicht nur ein unter-haltsamer Rückblick auf eine ungewöhnliche Unternehmerlaufbahn, sondern gibt auch interessante Einblicke in die deutsche Wirtschaftsgeschichte nach 1945.

Hellmut Kruse: Wagen und Winnen: Ein hanseatisches Kaufmannsleben im 20. Jahrhundert; Hanse; 2006; 302 Seiten; 22 Euro.

 

Hamburger Hafen

Als die Filme bunt wurden

Bewegte Bilder aus einer vergangenen Welt: Zwischen Mai und August 1938 schuf der Hamburger Konditormeister und begeisterte Amateurfilmer Kurt Lehfeldt den heute ältesten erhaltenen Farbfilm über den Hamburger Hafen. Zu sehen sind die Hafenbecken und Schuppenanlagen, die Arbeit der Menschen auf den Werften und Schiffen, an den Kais und auf den Kränen. Vom Uhrturm an den Landungsbrücken bis hin zur Großen Hafenrundfahrt gibt es ein nostalgisches Wiedersehen mit vielen traditionellen Bauwerken.

„Der Hamburger Hafen 1938“ von Kurt Lehrfeldt (Länge etwa 35 Minuten) ist als DVD im Shop des Museum für hamburgische Geschichte, Holstenwall 24, 20355 Hamburg für 9,80 Euro erhältlich.

hamburger wirtschaft, Ausgabe April 2006