Handelskammer Hamburg 2006

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Energie

Mit Wasserstoff in die Zukunft

Hamburg ist deutschlandweit Vorreiter bei der Nutzung von Wasserstoff als Energieträger. Hinter der Verbreitung der Brennstoffzellentechnologie stehen ein Netzwerk aus Politik und Wirtschaft und ein effektives Cluster-Management.

Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft, darin sind sich Wissenschaftler aus aller Welt einig. Mit Wasserstoff gespeiste Brennstoffzellen können überall abgasfreie Energie bereit stellen – im Straßenverkehr, in der Industrie und bei der Klimatisierung von Wohnungen.

Über eine ausgereifte Technik und die nötige Infrastruktur werden wir voraussichtlich nicht vor 2040 verfügen können. Dennoch muss schon heute der Einsatz der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie forciert werden. Hamburg hat dabei eine Vorreiter-Rolle übernommen. Die Hansestadt entwickelt sich derzeit zur deutschen, wenn nicht sogar zur europäischen Hauptstadt der Wasserstoff-Technologie.

  • Seit 1989 wirbt die Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg e.V. für den Einsatz der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.

  • Am 8. Dezember 2004 wurde auf Initiative des Senators für Stadtentwicklung und Umwelt Dr. Michael Freytag, die Hamburger Landesinitiative Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie gegründet.
  • Am 20. Dezember 2005 wuchs die Hamburger Wasserstoff-Bus-Flotte um weitere sechs auf mittlerweile neun Fahrzeuge.
  • Die Germanische Lloyd AG richtet sich bereits heute auf maritime Anwendungen der Brennstoffzellentechnologie ein.
  • Das Unternehmen STILL GmbH testet den Einsatz eines Brennstoffzellenstaplers.
  • Bei der Mittal Steel Hamburg GmbH werden derzeit Rahmenbedingungen für die Eisenerz-Direktreduktion mittels Wasserstoff diskutiert.
  • Die european fuel cell gmbh entwickelt in ihrem Hamburger Labor Brennstoffzellen-Heizgeräte für den Einsatz in Einfamilienhäusern.
  • Die TÜV Nord-Gruppe befasst sich mit Fragen der Sicherheit von Wasserstoff-Anwendungen und Brennstoffzellentechnik in Über- und Unterwasserfahrzeugen.
  • Hamburg ist Veranstaltungsort der jährlichen Wasserstoffmesse H2Expo. Sie findet in diesem Jahr am 25. und 26. Oktober statt.
  • Die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt prüft innovative Energiesysteme für die Stadt von morgen. Ein wegweisendes Projekt ist die Integration einer Brennstoffzelle in die Energieversorgung der HafenCity.
  • Das Unternehmen smart dolphin GmbH organisiert regelmäßig einen Wasserstoff-Stammtisch, bei dem Wissenschaftler, Unternehmer und Politiker aktuelle Entwicklungen diskutieren.

Eine entscheidende Rolle kommt dem Unternehmen hySOLUTIONS zu, das Ende 2005 auf Initiative von Senator Freytag als Hochbahn-Tochter gegründet wurde. Die Firma hat inzwischen die Rolle eines Cluster-Managers inne: Sie bündelt die Wasserstoff-Aktivitäten des Senats und zahlreicher Firmen und wirbt für die Ansiedlung weiterer Unternehmen mit Wasserstoff-Bezug in Hamburg.

Auch die von der Handelskammer unterstützte Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg e.V. wird die Weiterentwicklung des Wasserstoff-Clusters in Hamburg unterstützen. Gemeinsam mit weiteren europäischen Städten sollen multinationale Projekte umgesetzt werden. So ist geplant, nach mailändischem Vorbild einen wasserstoffbetriebenen Fiat-Kleintransporter am Hamburger Flughafen einzusetzen. Die Wasserstoffgesellschaft beteiligt sich finanziell an dem Projekt. Beim Besuch einer Prager Delegation in Hamburg Ende Februar wurden Kooperationen in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur und Wasserstofferzeugung besprochen. Und in London gibt es weit fortgeschrittene Pläne, Wasserstoffbusse im öffentlichen Nahverkehr einzusetzen, wie dies Hamburg bereits praktiziert. Langfristiges Ziel dieser Aktivitäten ist der Aufbau eines europäischen Wasserstoff-Netzwerkes. Dieser Schub nach vorn für die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie wirft aber die Frage auf, wie ausreichend Wasserstoff produziert werden kann. Denn er kommt in der Natur nicht vor, sondern muss mit hohem Energieaufwand aus Wasser oder aus Kohlenwasserstoffen erzeugt werden. Die Energie für diesen Herstellungsprozess darf nicht aus der Verfeuerung fossiler Brennstoffe stammen – denn dann wäre der große Vorteil der Wasserstofftechnologie dahin: Die abgasfreie Energie-Nutzung.

Hubert Grimm
hubert.grimm@hk24.de
Telefon 36 13 8 381

Infos und Kontakte

Als Manager des Hamburger Wasserstoff-Cluster sucht die Firma hySOLUTIONS Kontakt mit allen wasserstoffinteressierten Hamburger Unternehmen. Wenn sich auch Ihr Unternehmen mit dem Bau, Vertrieb oder Einsatz von Wasserstoff-Technologie befasst bzw. sich künftig der Wasserstoff-Technologie zuwen-den will, schreiben Sie bitte an den Geschäftsführer Heinrich Klingenberg, heinrich.klingenberg@hysolutions-hamburg.de

hamburger wirtschaft, Ausgabe Mai 2006