
Friedrich Unruh (Name von der Redaktion geändert) war erfolgreicher Unternehmer. Doch bei allem Erfolg hatte er eines vergessen: Rechtzeitig Vorsorge zu treffen für die Zeit nach ihm. Das rächte sich, als der 67-Jährige eines Tages schwer erkrankte und dauerhaft nicht mehr in der Lage war, sein Maschinenbauunternehmen zu führen. Weder im Unternehmen noch in der Familie fand sich jemand, der in der Lage gewesen wäre, in Unruhs Rolle hineinzuwachsen.
Friedrich Unruhs junge Ehefrau Charlotte, der die Aufgabe der Unternehmensführung zwangsweise zufiel, verfügte über keinerlei geschäftliche Erfahrung. Und durch die Pflege ihres Mannes und die Betreuung ihrer kleinen Tochter war sie zeitlich stark eingespannt. Es kam wie es kommen musste: Mit dem Unternehmen ging es stetig bergab. Die Insolvenz drohte, und mit ihr der Verlust der Lebensgrundlage der Familie. In dieser Situation suchte die Ehefrau die Hilfe des Wirtschaftsmediators Karl Brandt, der als Ökonom langjährige Erfahrung in der Insolvenzverwaltung hat und bei der Hamburger Mediationsstelle für Wirtschaftskonflikte registriert ist.
Brandt ging sofort daran, die finanziellen Spielräume von Familie
und Unternehmen auszuloten. Schnell wurde klar: Das Unternehmen hatte
gute Chancen, am Markt zu
bestehen – vorausgesetzt, die Krise würde gemeistert. Mit diesem
Wissen ging er in die Gespräche mit den 60 Mitarbeitern und 25 Gläubigern
des Unternehmens. „Die Mitarbeiter fürchteten um ihre Arbeitsplätze“,
erinnert sich Brandt. „Da musste wieder Ruhe reingebracht werden.
Ansonsten wäre ein produktives Arbeiten nicht mehr möglich gewesen.“
In einer solchen Situation müssen die Fakten auf den Tisch, erklärt
der Mediator, „schließlich sollten die Mitarbeiter nicht das
Gefühl gewinnen, da kommt jetzt einer von außerhalb und entscheidet
über unsere
Zukunft.“ Und das gelang. Die Mitarbeiter erkannten, dass auch Charlotte
Unruh das Unternehmen retten wollte, und zogen mit ihr an einem Strang.
Im nächsten Schritt gingen Brandt und Charlotte Unruh auf die Gläubiger
des Unternehmens zu. „Wir mussten ihnen klar machen, dass sie gute
Chancen hatten, ihr Geld doch noch zurück zu bekommen, wenn sie uns
entgegenkommen“, sagt Brandt. Hierzu bedurfte es zahlreicher Gespräche.
„Mir war wichtig, dass die Gläubiger das Gefühl hatten,
ihre Interessen sind dem Unternehmen nicht gleichgültig. Gleichzeitig
sollten sie natürlich die Interessen des Unternehmens kennen. Und
diese Interessen sollten in einen vernünftigen Ausgleich gebracht
werden.“ Auf dieser Basis konnte Brandt die Gläubiger davon
überzeugen, ihre Forderungen zurückzustellen – für
eine begrenzte Zeit, in der Karl Brandt die Geschäfte des Unternehmens
weiterführen sollte. Diese Atempause genügte, um die Krise zu
meistern. Die Arbeitsplätze sämtlicher Mitarbeiter blieben erhalten
und die Gläubiger erhielten ihr Geld zurück. Das Unternehmen
konnte gewinnbringend verkauft werden, damit war die Lebensgrundlage der
Familie gesichert.
Unsere Mediatoren finden Sie unter:
www.hk24.de/mediation
Muster-Mediationssklausel:
„Die Parteien verpflichten sich, im Falle einer sich aus diesem
Vertrag ergebenden Streitigkeit vor Klageerhebung bei einem ordentlichen
Gericht oder Schiedsgericht eine Mediation gemäß der Hamburger
Mediationsordnung für Wirtschaftskonflikte durchzuführen."