
hamburger wirtschaft: Was hat Continental Airlines dazu bewogen, Hamburg in ihr weltweites Streckennetz aufzunehmen?
Susan Strössinger: Continental Airlines plant schon seit langem den Ausbau seines „Global Gateways“ in Newark. Auch von den kleineren europäischen Märkten aus soll New York erreichbar sein, ohne dass die Passagiere in Frankfurt, London, Amsterdam oder Paris umsteigen müssen. Hamburg-New York wird von uns als eine sehr wichtige Business-Strecke eingeschätzt.hw: Delta Airlines hatte im Januar 2000 seine Nonstopverbindung Hamburg-Atlanta nach nur etwa eineinhalb Jahren wieder eingestellt. Woran könnte dies gelegen haben?
Strössinger: Wahrscheinlich scheiterte diese Verbindung daran, dass ein zu großes Flugzeug eingesetzt wurde. Außerdem ist Atlanta keine Top-Destination für Touristen und Geschäftsleute wie New York, wo wir dazu über 170 mögliche Anschlussflüge bieten: an die Ostküste und zu weiteren Städten in den USA, in Kanada, Lateinamerika und der Karibik.
hw: Mit welchen Vorzügen wollen Sie der Konkurrenz, die über Drehkreuze wie Frankfurt fliegt, Marktanteile abnehmen?
Strössinger: Die Flugzeiten von Continental Airlines auf dieser Strecke sind einfach unschlagbar. Durch den Abflug um 9.15 Uhr ist man ja bereits um 11.55 Uhr Ortszeit in Newark und kann an diesem Tag noch Geschäftstermine wahrnehmen oder verschiedene Anschlussflüge erreichen. In Hamburg ist man wieder um 7.45 Uhr, kann es also bereits um 9.30 Uhr ins Büro schaffen, wenn es sein muss!
hw: Vor allem Geschäftsreisende nutzen gerne die Vorzüge von Vielfliegerprogrammen. Was hat Continental Airlines hier zu bieten?
Strössinger: Continental Airlines hat ein prämiertes Vielfliegerprogramm namens OnePass. Durch unsere Mitgliedschaft in der SkyTeam-Allianz können unsere Vielflieger auch bei unseren Allianz-Partnern Air France, KLM, Delta Air Lines, Northwest Airlines, Aeroméxico, Alitalia, Czech Airlines und Korean Air Meilen sammeln und einlösen. Und sie haben Zugang zu weltweit 390 SkyTeam-Lounges.
hw: Welche Auslastung muss die neue Verbindung erreichen? Und wie viel Zeit geben Sie ihr dafür?
Strössinger: Die Kostenvorteile durch den Einsatz einer Boeing 757-200 und die Umsteigeverbindungen, die unser Global Gateway Newark bietet, werden den Erfolg dieser Strecke sichern. Den notwendigen Auslastungsfaktor kann man allerdings nicht genau festlegen – er ist zu sehr von Saison, Flugpreis und natürlich dem Ölpreis abhängig.
hw: Wie kann Hamburg für amerikanische Touristen attraktiver gemacht werden?
Strössinger: Nun, die Hamburg Marketing GmbH und Hamburg Tourismus GmbH promoten die schönste Stadt Deutschlands in den USA unermüdlich. Auch durch die Werbung von Continental Airlines anlässlich der neuen Nonstop-Verbindung wird Aufmerksamkeit für Hamburg geweckt. In den USA wird hart daran gearbeitet, die touristischen Vorzüge der Stadt Hamburg, zum Beispiel das Auswanderungsmuseum Ballinstadt, bekannt zu machen. Zurzeit befindet sich auch ein Team hochrangiger amerikanischer Journalisten in der Hansestadt. Die Hamburg Marketing GmbH hat sie mit Continental Airlines anlässlich der Eröffnung des Hauses der Photografie einfliegen lassen.hw: Welche Bedeutung hat die Beiladung von Luftfracht für die Verbindung Hamburg – Newark?
Strössinger: Continental Airlines ist hauptsächlich eine Passagier-Fluglinie. Um reguläre Frachtkapazitäten anbieten zu können, müsste man ein größeres Flugzeug einsetzen. Die damit verbundenen, deutlich höheren Betriebskosten würden durch die Frachteinnahmen nicht gedeckt werden können. Trotzdem ist unser Flug optimal für kleine Priority-Frachtartikel, die unbedingt bis Mittag in New York sein müssen.